Mikro-Urlaub & Makro-Zeichensession

AktivKreativ-Session #3: Zeichnen mit Frostfingern und Sonnenbrand

Bei einem der letzten Urban-Sketchers-Treffen stellte ich zusammen mit einer Zeichenfreundin fest, dass wir beide – aus absolut unterschiedlichen Gründen – diesen Sommer keinen Erholungsurlaub geplant hatten. Aus dem gemeinsamen Wehleid entstand eine geniale Idee: längere Ausflüge direkt in der näheren Umgebung mit Zeichensessions zu verbinden.

Schild Leichtweißhöhle Wiesbaden
Locations:
  1. Leichtweißhölle nahe Nerobergbahn
  2. Eden Café nahe Nerostraße
  3. Fußgängerzone mitten in Wiesbaden
Datum/Zeit/Dauer: Juli 2026
Lauf- und Zeichenzeit: Wir haben tatsächlich mehr als drei Stunden gezeichnet und einiges an Strecke zurückgelegt. Insgesamt waren wir fast sechs Stunden unterwegs!
Material: Aquarellpapier, diverse Zeichenutensilien: bei mir waren es vor allem Aquarellfarben, Farbstifte, Alkoholmarker und Fineliner. Heute das erste Mal dabei – der Farbstift von Pentel Art Multi 8.

Gesagt und nun endlich getan: Der gemeinsame Plan war easy: wir bauen uns selbst einen Micro-Urlaubstag direkt in Wiesbaden zusammen: ein Spaziergang durchs Grün, idealerweise ein bisschen zeichnen, wenn’s passt, unbedingt noch was leckeres essen – das gehört zum Urlaubsfeeling einfach dazu :), und, ja, natürlich viel quatschen. Draus wurde einer dieser Tage, an denen man abends auf die Uhr schaut und es einfach nicht glauben will: Drei ausgedehnte Zeichenstationen, drei völlig unterschiedliche Wetterlagen, und am Ende ein Tag, der sich wie eine ganze Kreativwoche anfühlte.

Zeichenstation #1 – Leichtweißhölle nahe Nerobergbahn
Die Räuberhölle war zu, aber das Häuschen in der Nähe wollte gezeichnet werden. Leider hat der Wald keine Sonne durchgelassen, so dass uns beiden am Ende die Finger vor Kälte verkrampften. Aber unsere Leiden wurden belohnt wir trafen die Ronja Räubertochter 🙂 – ein kleines wendiges Mädchen, dass die Felsen hoch und runter kletterte 🙂

Zeichnen im Wald

Station #2 – Café Eden
Auf dem Weg zurück war unsere primäre Aufgabe: wieder auftauen und die Finger wieder spüren 🙂 Im Café Eden machten wir halt. Aber auch hier spielte das Wetter weiter verrückt: es war mal windig, mal sonnig, mal kamen dunkle Wolken. Mit Kuscheldecken bewaffnet haben wir uns einen windgeschützten Tisch gesucht und … weitergezeichnet. Obwohl es schwierig war – frischer Flammkuchen und warme marokkanische Schakschuka  waren zu lecker und ließen sich nicht lange auf sich warten.

Gezeichnet, gegessen, entspannt. Das alles gehört zum AktivKreativ-Urlaubstag 🙂

Station #3 – Fußgängerzone
Von kühlen Windböen zu Sonnenbrand: Während des Spaziergangs durch die Fußgängerzone schlug das Wetter komplett um: Die Sonne entschied sich nun voll aufzudrehen: Hier half noch Zuflucht im gekühlten McDonald’s mit Eis und Eiskaffee. Wir hatten Glück und ergatterten einen Platz direkt an der Glassfassade mit Sicht auf gesamten Mauritiusplatz. Diesmal hatte ich ich aber keine Kraft mehr für Menschen und Häuser und habe im wahrsten Sinne nur Müll gezeichnet (unsere gelehrten Kaffee- und Eisbecher mit gebrauchten Servietten und Zuckertütchen)

Und dann haben wir auf die Uhr geschaut…
… und stellten fest: Wir waren über sechs Stunden unterwegs. Haben gezeichnet, gesprochen, geschaut, sind lange und kurze Strecken gelaufen und waren voll mit Eindrücken und Ideen für ein nächstes Treffen.

Was ich mitnehme:

Ein ganzer Tag, zwei verrückte Zeichenhühner, drei Zeichensettings, enorm viele Eindrücke! So divers kann sich die eigene Stadt präsentieren und sich wirklich wie eine ferne Urlaubsreise anfühlen! Also – ein klarer Fall für Wiederholung!